Mülheim an der Ruhr, 12. August 2025 Im Jahr 2020 begann es mit einer einzigen Elektrokehrmaschine. Fünf Jahre später umfasst die Fahrzeugflotte 19 weitere Elektro-Fahrzeuge: drei Trommelwagen, davon einer mit Wasserstoff-Hybrid-Antrieb, vier Hecklader, ein Sattelzug, ein Abrollkipper, zwei Kehrmaschinen, drei Pkw, ein Lastenrad, ein Gabelstapler, zwei Papierkorbleerer und ein Bagger. In den nächsten Wochen werden noch ein weiterer Papierkorbleerer und ein Abrollkipper geliefert.
Nachhaltige Energie für den Antrieb
Alle Fahrzeuge werden über 22 Ladesäulen auf dem Betriebsgelände mit Strom versorgt. Den benötigten Strom produziert die MEG witterungsabhängig selbst: Mit 1.464 Solarpaneelen auf den Dächern gewinnt sie die klimafreundliche Energie. Seit Inbetriebnahme der Photovoltaik-Anlage im Mai erzeugt sie 150.000 kWh Strom und spart damit bereits rund 60 Tonnen CO2 ein. Zum Vergleich: Ein Elektro-Hecklader benötigt circa 32.000 kWh im Jahr. Die maximale elektrische Leistung der Anlage liegt bei 600 kWp (Kilowatt-Peak). Neben der Fahrzeugladung versorgt die Anlage auch das Verwaltungsgebäude, den Betriebs- und Wertstoffhof. Der überschüssige Strom wird in das Stromnetz eingespeist.


Vielfalt und Erfahrung im modernen Fuhrpark
Die Fahrzeugpalette ist vielfältig. Timo Juchem, Geschäftsführer der MEG, erklärt: „Wir möchten in allen Fahrzeugkategorien so viel Erfahrungen wie möglich sammeln. Wir sind stolz auf unseren modernen Fuhrpark und sehen uns damit im NRW-Vergleich weit vorne unter den Entsorgern.“ Dirk Eurskens, Logistikleiter der MEG, ergänzt: „Jedes Elektrofahrzeug ist anders. Es ist für unsere Fahrer herausfordernd, aber das Team hat sich gut eingearbeitet und ist mittlerweile Profi“.
Deutliche Emissionsreduzierung und positive Umweltbilanz
Durch die eigene Stromproduktion wurden die Emissionen noch einmal deutlich reduziert. Und die CO2-Einsparung ist enorm: Während beispielsweise ein herkömmliches Abfallsammelfahrzeug im Jahr 24 Tonnen CO2 ausstößt, sind die Elektrofahrzeuge deutlich emissionsärmer unterwegs. Insgesamt spart die MEG jährlich mit den 20 Fahrzeugen bis zu 231 Tonnen CO2 ein. Darüber hinaus wird der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) auf Null reduziert und der Ausstoß von Feinstaub stark vermindert. Der Pegel der Arbeitsgeräusche wird ebenfalls stark gesenkt.
Mit Förderungen zur großen Elektro-Flotte
Ein Großteil der Fahrzeuge wurden im Rahmen der „Richtlinie über die Förderung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben und dazugehöriger Tank- und Ladeinfrastruktur (KsNI)“ mit insgesamt rund 1.900.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und 167.360 Euro im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGeneration EU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wurde von der NOW GmbH koordiniert, Anträge werden durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität bewilligt. Weitere Unterstützung kommt aus dem Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie des Bundesministeriums für Verkehr. Die Fahrzeuge mit einem Gesamtanschaffungspreis von 3.700.000 wurden mit 2.067.360 Euro gefördert. Damit deckt die Förderung circa 80 Prozent der Mehrkosten zu konventionellen Fahrzeugen ab. Das im Jahr 2023 beschaffte Wasserstofffahrzeug kostet in etwas viermal so viel wie ein herkömmliches Diesel-Abfallsammelfahrzeug. Die Bundesförderung deckt 90 Prozent der zusätzlichen Kosten ab. Die Förderrichtlinie NIP wird ebenfalls von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.



